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Braunbär: Lebensweise & Nachwuchs

16.11.2017

Wie das Jahr eines Bären in freier Wildbahn aussieht – von der Paarung bis zur Winterruhe

Braunbären sind Einzelgänger und streifen durch feste Reviere. In freier Wildbahn können sie etwa 25 bis 30 Jahre alt werden. Lesen Sie hier, wie das typische Jahr eines Bären aussieht – seine Lebensweise und Fortpflanzung bis hin zur Ruhe im Herbst und Winter.

Der Bär im Frühjahr und Sommer: Paarungszeit

Im Mai und Juni beginnt die Paarungszeit der Bären. Die Tiere geben in dieser Zeit ihr Einzelgängerdasein auf. Hat ein Männchen eine passende Partnerin gefunden, so ist für ihn zunächst noch Vorsicht geboten, denn er muss zuerst ihr Vertrauen gewinnen. Da muss er schon einmal einen Prankenhieb einstecken, wenn das Weibchen seine Annäherungsversuche nicht akzeptiert. Tut sie es, dann ziehen beide eine Weile gemeinsam durch das Revier, bis es zur Paarung kommt. Danach trennen sich ihre Wege und beide halten Ausschau nach potentiellen neuen Partnern. So ist die Chance größer, dass es wirklich zu einer Befruchtung kommt.  

Befruchtete Eizellen nisten sich erst im Herbst in der Gebärmutter ein (vorher spricht man von Keimruhe) und entwickeln sich nur weiter, wenn die Bärin schon genug Gewicht für die Winterruhe angefressen hat. Aus diesem Grund kommen die meisten Jungtiere zur gleichen Zeit zur Welt – etwa im Februar, in der Winterhöhle. In sehr mageren Jahren können die Eizellen auch schon mal absterben, denn das Überleben der Jungen wäre nicht gewährleistet.

Kommunikation: Laut & Leise

Da Bären Einzelgänger sind und nicht in einem Sozialverband leben, sind ihre Lautäußerungen zur Verständigung kaum ausgebildet.

Jungtiere brummen beim Trinken und quieken und knurren beim Herumtollen. Wenn die Bärenmutter die Bärenkinder nach der Aufzuchtphase verjagt, tut sie das ebenfalls durch Knurren oder „Bellen“.

Erwachsene Tiere beeindrucken den Gegner in Kampfsituationen durch ein furchterregendes Brüllen.

Nachwuchs: Anfangs klein mit rasanten Wachstum

Der Bärennachwuchs wird nach einer Tragzeit von etwa sieben Monaten geboren. Die Neugeborenen kommen nackt, blind und zahnlos auf die Welt und sind völlig auf die Mutter angewiesen. Ein Wurf besteht meist aus ein bis drei Jungtieren, die bei der Geburt nur etwa 300 bis 400 Gramm wiegen und um die 30 Zentimeter groß sind. Die sehr fetthaltige Milch der Mutter lässt die Bärenjungen schnell wachsen, schon nach vier Monaten wiegen sie etwa vier bis fünf Kilogramm.

In den kommenden drei Jahren lernen sie von ihr alles über das Bärenleben. Neugierig erkunden sie ihre Umgebung und machen eigene Erfahrungen. Sie kehren allerdings immer zur Mutter zurück, denn diese stillt sie während der gesamten Aufzucht. Das Muttertier ist in dieser Zeit nicht bereit für neuen Nachwuchs. Das bringt paarungswillige Männchen manchmal dazu, die Jungtiere zu töten, um eigenen Nachwuchs zeugen zu können. Nur etwa die Hälfte des Bärennachwuchses überlebt die ersten drei Jahre. Insbesondere die männlichen Nachkommen werden von der Mutter nach Ende der Aufzucht nachdrücklich vertrieben. Dies dient dem natürlichen Schutz vor Inzucht. Weibliche Nachkommen werden noch eine Weile im Revier akzeptiert.

Der Bär im Herbst und Winter: Winterruhe

Den Herbst nutzen Bären, um Fettreserven anzulegen. Denn in der kalten Jahreszeit hält der Braunbär Winterruhe. Dabei schaltet auch sein Organismus in den Ruhemodus. Das Herz schlägt dann pro Minute statt 40 nur noch acht Mal. Auch die Körpertemperatur sinkt um etwa fünf Grad. Der Energieverbrauch reduziert sich, so dass die Tiere über viele Monate keine Nahrung aufnehmen müssen.